Gedenkstätten in Baden-Württemberg

 

Deutsch-Israelischer Arbeitskreis Oberrhein: Neuerscheinung

Titelbild des Gedichtbandes von Inge Auerbacher
Titelbild des Gedichtbandes von Inge Auerbacher

Deutsch-Israelischer Arbeitskreis Oberrhein:
Erstmals in deutscher Übersetzung: „Inge Auerbacher – 22 Gedichte zu Ich bin ein Stern“


„Sterne am Himmel, ein Stern auf der Brust,
Mama ich weiß, ich hab’s längst gewusst,
Kein Zeichen der Schande ist er, mein Stern,
Ich trag ihn mit Stolz, ich trag ihn gern.“

Diese und drei weitere Strophen sind vielen, die das Buch „I am a Star“, die Kindheitserinnerungen der Holocaust-Überlebenden Inge Auerbacher (geb. 1934 in Kippenheim) gelesen haben, wohlbekannt. Doch denjenigen, die lediglich die deutsche Übersetzung des Werks kennen, blieben bisher weitere Gedichte, die in der englischsprachigen Originalfassung der Autorin enthalten sind, vorenthalten.

Anlässlich des 80. Geburtstages von Inge Auerbacher gibt der Deutsch-Israelische Arbeitskreis Südlicher Oberrhein mit Förderung durch die Landeszentrale für politische Bildung deshalb ein neues Buch unter dem Titel „Inge Auerbacher. 22 Gedichte zu Ich bin ein Stern“ heraus, um diese Lücke im deutschsprachigen Werk zu schließen. Gemeinsam mit den Originalfassungen auf Englisch sind nun auch deutsche Übersetzungen der Gedichte unter Beibehaltung der ursprünglichen Reimform abgedruckt.


Inge Auerbacher Foto: Mit Genehmigung von Robert Krais (Buchherausgeber), Deutsch-Israelischer Arbeitskreis Südlicher Oberrhein

Die Gedichte von Inge Auerbach thematisieren Schlüsselerlebnisse ihrer Kindheit unter dem Natio-nalsozialismus, beginnend mit der Reichspogromnacht 1938 und der Inhaftierung ihres Vaters und Großvaters, der Stigmatisierung durch den Judenstern, der Deportation in das Ghetto Theresienstadt bis hin zur Befreiung durch die sowjetische Armee und die spätere Immigration in die USA.

Die meisten Gedichte behandeln allerdings den Alltag als Kind in Theresienstadt, wo Inge Auerbacher von 1942 bis 1945 gemeinsam mit ihren Eltern inhaftiert war. Gedichte wie „Spiele“, „Hunger“ oder „Suppe“ verdeutlichen die katastrophalen Lebensbedingungen und den ununterbrochenen Hunger, Gedichte wie „Etwas zur Erinnerung an mich“ oder „Halt mich fest“ die ständige Angst vor einer erneuten Deportation weiter in den Osten und dem damit nahezu sicher einhergehenden Tod.

Aber die Gedichte von Inge Auerbacher sind nicht nur trist und bedrückend. Sie vermitteln auch eine Vorstellung vom unbedingten Überlebenswillen und von der Hoffnung auf Befreiung – trotz der unsäglichen Umstände, die in Theresienstadt herrschten.
Schließlich transportieren auch insbesondere die letzten Gedichte des Bandes wie „Großmutters Gutenachtlied“, „Wir haben beide überlebt“ oder auch „Friede“ diese nachdenkliche, aber auf das Positive gerichtete Grundstimmung des Werkes und machen damit auch deutlich, wofür Inge Auer-bacher sich bis heute einsetzt: das Nicht-Vergessen und Aufklären verbunden mit Versöhnung und Frieden.

Buchvorstellung in Kenzingen am 4. März 2015
Die Buchvorstellung des Gedichtbandes wird am 4. März im 10.00 Uhr im Rahmen des alljährlichen „Inge-Auerbacher-Tags“ in der Grundschule Kenzingen in der Alten Halle in Kenzingen stattfinden.

Buch:
Inge Auerbacher: 22 Gedichte zu Ich bin ein Stern,
aus dem Amerikanischen übersetzt von Susanne Bruckner, bearbeitet von Andrea Meller,
Hrsg.: Deutsch-Israelischer Arbeitskreis Südlicher Oberrhein e.V. Ettenheim, Hartung-Gorre Verlag 2015. (ISBN: 978-3-86628-512-5)
Preis: 4 EURO